Geschichte

Der Leipziger Lehrerchor kann auf eine Geschichte von 140 Jahren zurückblicken. Im Jahr 1876 gründeten elf sangesfreudige Männer den Leipziger Lehrergesangsverein. Erfahrene Dirigenten formten ihn zu einem Männerchor jenseits traditioneller Vorstellungen, besonders Hans Sitt, Professor am Leipziger Konservatorium, seit 1889 und in seiner Nachfolge seit 1922 der junge Thomas- und Gewandhausorganist Günther Ramin. Dass der Chor große Anerkennung genoß, belegen Auftrittsorte und Rezensionen : ab 1887 immer wieder das Neue Gewandhaus (auch zusammen mit dessen Orchester), Wien (1895), Köln und Mainz (1907), Heidelberg, Mannheim, Freiburg i. Br. und Straßburg (1912). Besonders enthusiastisch wurden die Sänger für ihr anspruchsvolles Programm und dessen exzellente Darbietung auf ihrer Konzertreise 1930 nach Bremen, Hamburg und Lübeck gefeiert.
In den Jahren nach 1945 entstand unter der Leitung von Reinhold Wächter zuerst ein Frauenchor, der sich dann 1953 zu einem gemischten Chor erweiterte. Für ihn stand die Gewerkschaft Unterricht und Erziehung Pate und gab ihm auch den Namen „Lehrerchor Leipzig“. Von 1978 bis 1998 wurde der Chor von Karl Heinz Oetzel geführt und von ihm zu einem der namhaftesten Laienchöre Leipzigs geformt. Zu den künstlerischen Höhepunkten gehörten die Robert-Schumann-Chorfesttage in Zwickau und Haydns „Jahreszeiten“ im Leipziger Gewandhaus 1984,die Arbeiterfestspiele 1986 in Magdeburg und 1988 in Frankfurt/Oder, Orffs „Carmina Burana“ im Gewandhaus 1988, das Harmoniefestival in Lindenholzhausen 1993, Konzerte im Dom zu Speyer 1994, in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche Berlin 1993 und 1995, Bachs „Weihnachtsoratorium“, gemeinsam mit der „Westsächsischen Philharmonie“ 1994 und 1995 sowie das Schubert-Chorfest in Wien 1997. Zu neuen Herausforderungen und Erfolgen führten seit 1990 gegenseitige Besuche und gemeinsame Konzerte mit anderen Chören – so mit der Herrenhäuser Chorgemeinschaft Hannover, dem Kodály-Chor Hamburg und dem Bach-Chor Berlin. Im März 1999 übernahm Gunter Berger die Leitung des Chores. Ihm gelang es in kurzer Zeit die Mitgliederzahl zu erhöhen. Außerdem konnte sich der Chor relativ schnell wieder in Leipzig etablieren, wovon z.B. das Eröffnungskonzert der in Leipzig sehr beliebten Konzertreihe am Bachdenkmal, mit der Aufführung der Bach-Kantate „Schleicht spielende Wellen…“ und zwei sehr erfolgreiche Konzerte in der Leipziger Nikolaikirche zeugen. Neben der Etablierung in seiner Heimatstadt nutzte der Chor im Jahr 2000 die Möglichkeit zu Konzertreisen nach Berlin und Hamburg, wo das unter Gunter Berger gewachsene Potential unter Beweis gestellt werden konnte. Das erste Halbjahr 2001 stand ganz im Zeichen des 125-jährigen Jubiläums, das der Chor mit zwei Jubiläumskonzerten gemeinsam mit befreundeten Chören und Musikern beging. Zu diesem Anlass wurde auch eine Festschrift herausgegeben, die die historische Entwicklung des Chores dokumentiert. Im Herbst des Jahres kam als weiterer Höhepunkt Mozarts „Requiem“, gemeinsam mit dem Leipziger Lehrerorchester, zur Aufführung. Neben den traditionellen Konzerten in Leipzig und dem näheren Umland, bei dem unter anderen wieder einmal die „Carmina Burana“ von Carl Orff oder Bachs Weihnachtsoratorium, aber auch traditionelle und moderne Liedprogramme zur Aufführung kamen, nahm der Chor den Folgejahren auch an den Eröffnungskonzerten zum MDR-Musiksommer teil und wurde im Jahr 2004 zur ARD-Fernsehsendung „Deutschland singt“ eingeladen. Zahlreiche Konzertreisen führten den Chor unter anderem 2002 und 2004 nach Sczeczin / Polen, nach Linz / Österreich 2003, wo beim Internationalen Chorwettbewerb beim IDOCO-Musikfestival eine Goldmedaille erreicht werden konnte, zum Internationalen Harmonie-Festival Lindenholzhausen 2005 und 2007 nach London.
Nach dem Ausscheiden von Gunter Berger übernahm Kristian Sørensen im August 2007 die künstlerische Leitung des Chores. Er legte von Anfang an großen Wert auf die Vermittlung stimmbildnerischer Inhalte und arbeitet intensiv an den technischen Fertigkeiten des Chores. Unter seiner Leitung wurde der Chor nun auch an bisher unbekannte Chorliteratur, insbesondere aus Skandinavien, herangeführt – z. B. mit einem fast komplett skandinavischen Weihnachtsprogramm im Jahr 2008 – ohne dabei das traditionelle Repertoire des Chores zu vernachlässigen. Im gleichen Jahr wurde der Chor zum ersten Mal, durch die Staatskapelle Halle zur Silvesteraufführung der IX. Sinfonie von Ludwig van Beethoven eingeladen. Besondere Höhepunkte der jüngeren Chorgeschichte waren die erneute Teilnahme am Internationalen Chorfestival in Szczecin im Mai 2010, Aufführungen von Orff’s „Carmina Burana“ gemeinsam mit dem Kammerchor Böhlen in Böhlen und Leipzig.Seit 2014 ist der Leiipziger Lehrerchor einer der Chöre, die an den, von der Philharmonie Leipzig veranstalteten Gedenkkonzerten für die Friedliche Revolution mit der Aufführung von Beethovens IX. Sinfonie teilnehmen. 
Außerdem pflegt der Chor Kontakte zu Partnerchören im In- und Ausland. So konnten wir im 2013 den Nevertheless koret aus Aarhus in Leipzig begrüßen. Im darauffolgenden Jahr war der Leipziger Lehrerchor zu Konzerten in Aarhus zu Gast. Für 2016 ist ein Gemeinschaftskonzert mit dem Richmond Community Choir aus England geplant. Eine Konzertreise nach Richmond ist für 2017 vorgesehen.
Der Leipziger Lehrerchor von heute – das sind ca.50 Sängerinnen und Sänger. Sie pflegen seit vielen Jahren ein breites Repertoire: vom Madrigal bis zum Volks- und Scherzlied, von der Motette bis zur Messe, vom Liedgut für Frauen- bzw. Männerchor über Liedzyklen bis zu Chorwerken mit Orchester. Der Chor gibt regelmäßig Konzerte und gehörte im Jahr 1998 zu den fünf Leipziger Chören, die für die Weihnachts-CD der Edition Sparkasse Leipzig ausgewählt wurden. Seine erste eigene CD hat der Leipziger Lehrerchor 1999 produziert.